Isabel Glogar © FH Campus Wien Schedl
Isabel Glogar © FH Campus Wien Schedl

Das Besondere an der INUAS-Konferenz ist für Isabel Glogar unter anderem die Vielfalt der Teilnehmer*innen. „Praxis und Wissenschaft treffen aufeinander, Menschen, die sich aktiv einbringen und Projekte wie Nachbarschaftsinitiativen vorantreiben, diskutieren mit Personen der Stadtentwicklung und Stadtforschung. Wohnen trifft alle, und gerade die Tatsache der steigenden Wohnkosten in vielen europäischen Städten und der schwierige Zugang für viele Gruppen zu leistbarem Wohnraum ist enorm.“

Glogar fungiert als Chair der Session Nachverdichtung & Planung, in der auch den Herausforderungen der Nachverdichtung nachgegangen wird. In der Nachverdichtung sieht Glogar eine Chance, Raumressourcen besser zu nützen und weiteren Wohnraum zu schaffen, ohne weitere Fläche in Anspruch zu nehmen und auf schon vorhandene Grundinfrastruktur aufzubauen. Ökologisch gesehen sorge Nachverdichtung für einen besseren Fußabdruck in wachsenden Städten. Allerdings müsse auch an die soziale und funktionale Durchmischung der Stadt gedacht werden und auf die Auswirkungen auf das Stadtklima. „Nachverdichtung sollte Initiativen und Akteuren Raum lassen, die Wohnen aktiv mitgestalten, aber auch bereits ansässige Bewohner*innen der bestehenden Stadtteile miteinbeziehen“, meint Glogar.

Darauf angesprochen, was für Planung in wachsenden Städten unabdingbar ist, antwortet Isabel Glogar, dass Planung als langfristiger Prozess zu sehen ist, der nicht beim Bauen endet. „Auch das Wohnen, die Bewirtschaftung und das Stadtteilmanagement sind noch Teil des Ganzen und deswegen spielt die Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen, die verschiedene Blickwinkel einbringen, eine große Rolle. Weil so viele Leute involviert sind, kommt der Kommunikation zwischen den Akteuren enorme Bedeutung zu.“ Zudem müssten auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür passen und geschaffen werden. Gesetzliche Rahmenbedingungen und das Recht auf Wohnen werden daher auch in vielen Beiträgen der Konferenz thematisiert. „Besonders freue ich mich auf die Diskussion darüber, was es braucht, um eben das Recht auf Wohnen zu sichern und zu garantieren.“

Doch nicht nur dieser Themenkomplex wird während der Konferenz beleuchtet. Auch der Klimawandel spiele natürlich ins Wohnen hinein, so Glogar. Im nachhaltigen Bauen gehe es dabei darum, leistbares, qualitätvolles Wohnen mit ökologisch verträglicher Stadtentwicklung zu verbinden. „Sascha Roesler von der Swiss National Science Foundation wird uns dazu in seiner Keynote ,Urban Climate in Everyday Life‘ neue Einsichten geben und betonen, wie wichtig die Orientierung am Alltag der Menschen für eine nachhaltige Architektur ist.“

Das komplette Interview mit Isabel Glogar finden Sie auf der FH Campus Wien-Website.

 

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