INUAS-Konferenz 2019: Wohnen als Grundrecht. Baulich-architektonische Perspektiven von wachsenden Städten.

Martin Aichholzer FH Campus Wien
Martin Aichholzer FH Campus Wien

Eines der drängendsten Probleme rapide wachsender Städte ist für Martin Aichholzer, Studiengangsleiter Architektur-Green Building an der FH Campus Wien und Mitglied des wissenschaftlichen Komitees der INUAS-Konferenz, das immer größer werdende Bedürfnis nach Platz. „Egal, ob große Wohnungen oder kleinere für Singlehaushalte beispielsweise, leistbar müssen sie sein, aber die Wohnkosten explodieren. Dabei ist Wohnen ein Grundrecht. Da lenkend einzugreifen bedarf einer sensiblen Diskussion aller an diesem Thema Beteiligten“, so Aichholzer.

Am Stadtrand Wiens entstehende neue Siedlungen und eigene Stadtteile wie die Seestadt Aspern bieten laut Martin Aichholzer große Chancen, enorm wichtige neue Aspekte aus baulicher Sicht einzubringen, wie Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. „Wenn ein neuer Stadtteil verwirklicht wird, sollte er die höchsten Nachhaltigkeitsziele haben, weil wir ja mit einem Stadtteil und der geplanten Infrastruktur etwas festlegen, das viel länger als ein Einzelgebäude hält. Diese Konsequenzen müssen gut überlegt sein. Zudem ist ökologische Nachhaltigkeit auch in der Bauweise, also Green Building, absolut notwendig“, erklärt Aichholzer.

Auf die Nachfrage, warum im Zusammenhang mit Städtewachstum oft das Schlagwort „Nachverdichtung“ fällt, antwortet Aichholzer, dass Nachverdichtung aus Nachhaltigkeitssicht gegenüber dem Neubau immer die bessere Option ist, weil Infrastruktur wie Kanalisation oder Straßen schon vorhanden ist und daher oftmals keine weitere Bodenversiegelung von Nöten ist. Genauso ist das Auflösen von Leerständen laut Aichholzer eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Lösung, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.

Programmpunkte der INUAS-Konferenz 2019, auf die Martin Aichholzer besonders achten wird, sind Beiträge über soziale Projekte: „Besonders den Blick in die Ferne bis nach Russland, China, oder Afrika und Indien finde ich spannend“. In der INUAS-Konferenz sieht er eine hervorragende Austauschmöglichkeit darüber, wie andere Nationen sich mit den Themen einer wachsenden Stadt beschäftigen, wie zum Beispiel mit sozialen Unterschieden oder Unterschieden durch verschiedene Herkunft. Aichholzer stellt fest: „Wünschenswert wäre ja, dass alle Bewohner*innen einer Stadt zufrieden sind. Denn dann bleibt auch mehr Zeit, um sich mit anderen Zukunftsthemen zu beschäftigen, die für unser Fortkommen wichtig sind.“

Das komplette Interview finden Sie auf der FH Campus Wien-Website.

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